Orgel der Friedrich-Ebert-Halle

Neobarockes Frühwerk

Die Friedrich-Ebert-Halle in Harburg war vor allem in den 1960er Jahren ein gefragter Saal für Konzerte, Fernseh- und Schallplattenproduktionen, sie beherbergt eine Orgel der Hamburger Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath aus dem Jahre 1951/52.

Eckdaten Orgel

Orgel der Friedrich-Ebert-Halle

Ort: Friedrich-Ebert-Halle Harburg/Eißendorf
Alter Postweg 19
21075 Hamburg
Erbauer: Rudolf von Beckerath (Hamburg)
Baujahr: 1951/52
Registeranzahl: 43
Werke: 3 Manuale und Pedal
Ergänzung: Spieltraktur: mechanisch Registertraktur: elektropneumatisch Ladensystem: Schleifladen
Bildrechte: Orgelstadt Hamburg e.V. – Fotograf: Alexander Voss

Die Orgel stellt eines der frühesten Instrumente der 1949 gegründeten Firma Rudolf von Beckerath Orgelbau dar. Als drittes Instrument der Orgelbaufirma wurde sie 1951/52 für die bereits 1929 errichtete, rund 1.100 Sitzplätze umfassende Friedrich-Ebert-Halle (früher: Stadthalle Harburg) erbaut. Das von der Orgelbaufirma Furtwängler & Hammer (Hannover) 1929 erbaute Vorgängerinstrument war 1943 durch Kriegseinwirkungen zerstört worden. Sicherlich dürfte bei der Entscheidung für den Orgelneubau auch ausschlaggebend gewesen sein, dass unmittelbar davor die Laeiszhalle eine neue Orgel durch von Beckerath erhalten hatte und man in Harburg dieser nicht nachstehen wollte. 

Das Instrument wurde nach den damals vorherrschenden, neobarocken Prinzipien disponiert und geplant und ist in den linken Proszeniumspfeiler eingebaut. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektropneumatisch. Besonders erwähnenswert ist dabei ein eigens für dieses Instrument entwickeltes Setzersystem, das über zwei herausziehbare Schubladen „programmiert“ werden kann, ansonsten aber – von den Bedienelementen wie Tastern und Pistons abgesehen – nicht sichtbar ist und so den Gesamteindruck des in Palisander gehaltenen Spieltisches nicht stört. Die neobarocken Bauprinzipien spiegeln sich sowohl in der Disposition von Haupt-, Brust, Ober- und Pedalwerk, als auch in den Pfeifenmensuren und Dimensionierungen von Windkanälen. 

Historisch bedeutsam ist die  Friedrich-Ebert-Halle zudem, weil in ihrem  Keller am 22. und 23. Juni 1961 die Beatles zusammen mit Tony Sheridan ihre erste Schallplatte aufnahmen.  In den 1960er Jahren kamen viele Fernseh-Samstagabend-Shows von Peter Frankenfeld aus  der Friedrich-Ebert-Halle. Die Deutsche Grammophon nutzte den Saal mehrfach für die Produktion von Schallplattenaufnahmen. 

Text: Orgelstadt Hamburg e.V.

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