Orgel der Heinrich-Hertz-Schule

Außergewöhnlich und viel diskutiert

Mit ihrer ungewöhnlichen Disposition löste die Hans-Henny-Jahnn-Orgel schon früh heftige Diskussionen in der Fachwelt aus. Sie ist eines der bedeutendsten erhaltenen Instrumente, die von dem Hamburger Schriftsteller und Orgelbauer Jahnn konzipiert wurden.

Eckdaten Orgel

Hans-Henny-Jahnn-Orgel der Heinrich-Hertz-Schule

Ort: Heinrich-Hertz-Schule 
Grasweg 72–76
22303 Hamburg
Erbauer: Karl Kemper & Sohn (Lübeck)
Baujahr: 1926–31
Anzahl der Pfeifen: ca. 1.450
Registeranzahl: 38 (22 klingende Stimmen)
Werke: 3 Manuale und Pedal
Ergänzung: Spieltraktur: mechanisch Registertraktur: elektrisch Ladensystem: Schleiflade
Bildrechte: Orgelstadt Hamburg e.V. – Fotograf: Alexander Voss

Die 1931 eingeweihte, von Karl Kemper (Lübeck) erbaute Orgel in der Aula der Heinrich-Hertz-Schule (ehemals Lichtwarkschule), gilt als eines der bedeutendsten erhaltenen Instrumente, die der Schriftsteller und Orgelbauer Hans-Henny Jahnn konzipierte, ausgerichtet an seinem harmonikalen Weltbild. Nach ersten Planungen im Jahr 1924 und der Beauftragung im Jahre 1926 zog sich der Einbau des Instruments von 1928 bis 1931 hin. Bereits kurz nach ihrer Einweihung löste die Orgel in Fachkreisen mitunter heftige Diskussionen aus. Der Hauptgrund hierfür war die ungewöhnliche Disposition, die Registratur des Spieltisches und die originelle farbliche Prospektgestaltung. So verfügt das Instrument über 24 Register, die Jahnn in die Gruppen feminin und maskulin einteilte. Dabei reklamierte er für die männlichen Register die Attribute Kraft und Schärfe, für die weiblichen hingegen Fülle. Für jedes Register besitzt die Registratur der Orgel drei gleichberechtigte Züge, die mit einer ausgeklügelten Systematik auf die drei Manuale wirken, hinzu kommt die ungewöhnlich große Anzahl von 18 Einzeltritten (Apells), mittels derer unter anderem zwischen den männlichen und weiblichen Registern umgeschaltet werden kann.

1957 wurde das Instrument hinsichtlich seiner Disposition und der technischen Anlage erheblich verändert. Falsche Temperierung und Verschleiß machten schließlich Mitte der achtziger Jahre eine umfangreiche Restaurierung der Orgel erforderlich. Diese wurde in den Jahren 1989 bis 1991 nach grundlegenden Forschungen von der Firma G. Christian Lobback (Neuendeich) durchgeführt.

Text: Orgelstadt Hamburg e.V.


Literatur-Tipps: 

1) Günter Seggermann, Die Orgeln in Hamburg
Christians, Hamburg 1997
Dort auf S. 93 weitere Literaturhinweise

2) C.H. Schröder, G.C. Lobback, Loki Schmidt,
Die Hans-Henny-Jahnn-Orgel der Lichtwarkschule, jetzt Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg
Förderverein Hans-Henny-Jahnn-Orgel 1986

3) G.C. Lobback, G. Jaacks, G. Seggermann, K. Tiemann,
Die Hans-Henny-Jahnn-Orgel in der ehemaligen Lichtwark-Schule, jetzt Heinrich-Hertz-Schule
Förderverein Hans-Henny-Jahnn-Orgel 1991

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Rose Kirn an der Hanns-Henny-Jahnn-Orgel

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