Orgel der Christianskirche

Ein Stück Orgelbaugeschichte

Ein Instrument als Work in Progress über die Jahrhunderte, mit viel historischer Pfeifensubstanz und einem 2003 von der Firma Paschen Kiel Orgelbau entwickelten, spätbarocken Klangkonzept.

Eckdaten Orgel

Orgel der Christianskirche Hamburg-Ottensen („Klopstockkirche“)

Ort: Christianskirche
Klopstockplatz
22765 Hamburg
Erbauer: Johann Dietrich Busch
Baujahr: 1744
Anzahl der Pfeifen: ca. 3.000
Registeranzahl: 36
Werke: 3 Manuale und Pedal
Ergänzung: 1883 Fa. Marcussen: Romantisierung
. 1925/29 Fa. Kemper mit Hans-Henny Jahnn: Re-Barockisierung. 
1956 Fa. Beckerath: Ergänzung und Neuintonation. 
2003 Fa. Paschen: Teilweiser Neubau und Neuintonation
Bildrechte: Orgelstadt Hamburg e.V. – Fotograf: Alexander Voss

Die Orgel der Christianskirche wurde 1744 in dem heute noch zu sehenden Gehäuse von dem Arp-Schnitger-Schüler Johan Dietrich Busch gebaut. Er verwendete dabei Pfeifen aus der Orgel, die Gottfried Fritzsche schon 1630 in der Vorgängerkirche geschaffen hatte. Im Verlauf der Zeit erfuhr die Orgel mehrere Umgestaltungen. Folgenreich war die romantisierende Modifikation im Jahr 1883 durch die Firma Marcussen (heute Marcussen & Søn). 1925-1929 erfolgte die „Re-Barockisierung“ durch die Lübecker Firma Kemper (unter künstlerischer Beratung durch Hans-Henny Jahnn), nach dem Zweiten Weltkrieg dann der Wiederaufbau durch die Hamburger Firma Rudolf von Beckerath Orgelbau. Weil dieser letzte Umbau, ungeachtet der großen intonatorischen Leistung Rudolf von Beckeraths, technisch und geschmacklich unter Nachkriegsbedingungen stattfand, musste die Orgel im Jahr 2003 ein weiteres Mal restauriert, beziehungsweise saniert werden.

Die Herausforderung lag darin, unter Einbeziehung von authentischem Pfeifenmaterial aus vier Jahrhunderten ein schlüssiges Klangkonzept zu schaffen. Diese Aufgabe wurde in vorbildlicher Weise von der Firma Paschen Kiel Orgelbau durchgeführt. Somit erklingt in der Christianskirche nun stilistisch ein spätbarockes Instrument, unter Verwendung alter Pfeifen aus verschiedenen Epochen und einigen neuen Registern im historischen Prospekt. Durch ihren besonderen, warmen und gleichzeitig hellen Klang, eignet sie sich hervorragend für die Aufführung verschiedenster Werke, bis hin zu den Orgelsonaten Mendelssohns.

Text: Igor Zeller

 

Klangbeispiele

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